Was ist Rückstau?
Bei Starkregen oder Verstopfung füllt sich der öffentliche Kanal. Ist er überlastet, steigt das Wasser darin an und drückt gegen den Strom in die Anschlussleitungen zurück. Das nennt man Rückstau. Ohne Schutz tritt das Wasser dort aus, wo es am tiefsten austreten kann: an Bodenabläufen, Waschbecken oder Toiletten im Keller.
Die Rückstauebene
Die Rückstauebene ist die Höhe, bis zu der Wasser im Kanal rechnerisch ansteigen darf. Die Gemeinde legt sie fest, meist als Straßenoberkante an der Anschlussstelle. Den genauen Wert nennen Satzung oder Auskunft der zuständigen Stelle.
Alles, was darunter liegt, gilt als gefährdet. Alles darüber läuft im Regelfall im Gefälle zum Kanal ab.
Was gesichert werden muss
Gesichert werden müssen alle Entwässerungsgegenstände und Abläufe unterhalb der Rückstauebene, zum Beispiel:
- Bad, WC oder Waschbecken im Keller
- Waschmaschinenanschlüsse und Bodenabläufe
- Abläufe von Kellertreppen, Lichtschächten und Garagenzufahrten
- Abläufe in Tiefgaragen
Wie sichert man?
Hebeanlage mit Rückstauschleife
Eine Pumpe hebt das Abwasser an. Die Druckleitung wird als Schleife über die Rückstauebene geführt und erst dann in die Grundleitung geleitet. Das Wasser aus dem Kanal kann so nicht zurück in den Keller laufen. Für fäkalienhaltiges Abwasser unterhalb der Rückstauebene ist das in der Regel die erforderliche Lösung.
Rückstauverschluss
Eine Klappe in der Leitung schließt bei Rückstau. Sie ist nur unter bestimmten Bedingungen zulässig, etwa für Räume mit untergeordneter Nutzung und wenn oberhalb der Rückstauebene ein WC zur Verfügung steht. Ob das in Ihrem Fall zutrifft, regeln DIN 1986-100 und die Satzung Ihrer Gemeinde.
Wartung nicht vergessen
Hebeanlagen und Rückstauverschlüsse müssen regelmäßig gewartet werden (DIN 1986-30). Eine ungewartete Klappe schützt nicht.
Je nach Vertrag hängt der Versicherungsschutz bei Rückstauschäden davon ab, dass eine Rückstausicherung vorhanden und gewartet ist. Wer sie weglässt oder falsch wählt, riskiert, im Schadensfall auf den Kosten sitzen zu bleiben. Prüfen Sie Ihren Vertrag.
Was die Gemeinde im Antrag sehen will
- Höhenangaben für Rückstauebene, Kellersohle und Ablaufstellen
- Die gewählte Art der Sicherung mit Begründung
- Bei Hebeanlage Typ, Lage und Rückstauschleife im Schnitt
- Die Zuordnung aller Abläufe unter der Rückstauebene
Genau hier werden Pläne am häufigsten bemängelt. Wir planen die Rückstausicherung deshalb von Beginn an mit und prüfen sie gegen die örtlichen Vorgaben.